Museum und Begegnungsstätte "Alter Krug"

Ausstellungen, Veranstaltungen. Feiern

Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Mi: 15:00 - 18:00
Sa: 14:00 - 17:00

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

Tel.: 03377 334346

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Zur Geschichte der Dresdner Eisenbahn

Auszug aus den Erläuterungen von Carsten Preuss zur Geschichte der Dresdner Eisenbahn anläßlich der Eröffnung der Ausstellung "Entlang der Dresdner Eisenbahn - Von Mahlow bis Klasdorf"

Die erste Eisenbahnstrecke Preußens und die dritte Deutschlands wurde im Herbst 1838 zwischen den Residenzstädten Berlin und Potsdam eröffnet.

Drei Jahre später, 1841, erhielt Berlin mit der Anhalter Bahn die erste Ferneisenbahn und damit zugleich Anschluss an das noch sehr weitmaschige Eisenbahnnetz in Deutschland. Die Anhalter Bahn war die erste Eisenbahnstrecke, die im heutigen Landkreis Teltow-Fläming gebaut wurde.
Im Sommer 1875, erhielt Berlin durch eine auf kürzestem Weg geführt neue Eisenbahnlinie, eine weitere Verbindung mit der sächsischen Residenzstadt Dresden. Von den zur Eröffnung der Bahnlinie vorhandenen 21 Stationen lagen 5 im heutigen Landkreis Teltow-Fläming. Im Laufe der Jahre kamen weitere 6 Stationen im Landkreis hinzu. Interessant ist, dass die Station Neuhof 1878 eröffnet wurde, während Wünsdorf erst 1877 einen Bahnhof erhielt. In der Gemeinde gab es lange Bedenken gegen eine Bahnstation. Erst Ziegeleibesitzer aus Zehrensdorf sorgten für ein Umdenken. Die private Berlin-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft geriet jedoch bald nach Baubeginn in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Nachdem es ihr nur unter großen Schwierigkeiten gelungen war, die Bahnstrecke betriebsfähig herzurichten, kam sie schon 1877 unter Verwaltung des preußischen Staates und wurde 1887 endgültig verstaatlicht.
Seither hat sich die Eisenbahnstrecke Berlin–Zossen–Elsterwerda–Dresden nicht nur zu einer wichtigen Verbindung zwischen Berlin und Elbflorenz entwickelt, sondern sie bildet auch einen Teil der europäischen Nord-Süd-Achse von Skandinavien über Tschechien und Österreich nach Süd- und Südosteuropa.
Die Ausstellung konzentriert sich auf den Streckenabschnitt, der durch den Landkreis Teltow-Fläming verläuft. Präsentiert werden Fotos, Postkarten und Gleisplänen aus dem Archiv von Carsten Preuß und Modelle von Bahnhöfen, Lokomotiven und viele weitere Dinge um die Eisenbahn aus dem Bestand Zossener Sammler. Das größte Ausstellungsstück stammt von der kleinsten Station. Es handelt sich um ein Bahnhofsschild von Zossen-Lager. Diese Station wurde am 02. Oktober 1944 eröffnet und im April 1945 wieder geschlossen. Der Haltepunkt diente dem Personenverkehr zur Nachrichtenzentrale „Zeppelin“ sowie den sonstigen militärischen Einrichtungen im Stammlager Zossen-Wünsdorf.
Dargestellt werden neben den Einzelnen Bahnhöfen auch die Geschichte der Königlich Preußischen Militäreisenbahn, das Ausbesserungswerk der Internationalen Schlafwagengesellschaft in Zossen, die Wasserversorgung der ehemaligen Dampflokomotiven sowie besondere Züge auf der BDE. Zu ihnen gehören der Vindobona und der Henschel-Wegmannzug. Letzterer bewältigte zwischen 1936 und 1939 die Strecke Berlin - Dresden in 100 Minuten. Diese Fahrzeit wurde bisher nicht wieder erreicht.