Schulmuseum in Zossen

Ob wir die Schule gemocht haben oder nicht, Erinnern lohnt sich!

Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Mi: 15:00 - 18:00
Sa: 14:00 - 17:00

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

Tel.: 03377 334346

QR-Code Schulmuseum

Goethe und Schiller in Zossen

10.12.2010

Text: Gudrun Haase und Rainer Reinecke, Fotos: Rainer Reinecke

Als Wandrelief führen Goethe und Schiller in der Knabenschule  am Zossener Bismarckplatz, heute „Am Kiez“,  eher ein tristes Dasein. Das Haus mit der Hausnummer 26 lässt kaum eine ehemalige Schule mit Internat vermuten. Die Beschriftung an der Außenfassade kündet von der ehemaligen Feinbäckerei Kierschke und von der LAGA-Bewerbung der Stadt Zossen. Wären da nicht, von den Zossenern und ihren Gästen kaum wahrgenommen, Goethe und Schiller links und rechts der Eingangstür. Durch Gespräche mit Zossener Bürgern, die Am Kiez wohnten, erhielt die Leiterin des Schulmuseums in Zossen, Gudrun Haase, die Information, dass um 1900 eine Privatschule in diesem Hause untergebracht war.

 

     
     


Nachdem 1883 der Versuch von Bürgermeister Regener, eine private Knabenschule zu gründen gescheitert war, wurde erst 1899 in diesem Hause ein sogenanntes Pädagogium mit Internat durch den pensionierten Gymnasiallehrer Dr. Reiprich gegründet.
Das triste Dasein der großen Dichter und Denker in Zossen würde, dem nicht gerade lernfreudigen, Umfeld für die Knaben im Jahre 1909 entsprechen. In der „Vorlage, betreffs des Ankaufs des früher Steffeck’schen Grundstücks für Zwecke der höheren Schule“ für den Magistrat von Zossen im Juni 2009 wird die Situation so beschrieben:
„Seit dem nunmehr 10jährigen Bestehen der hiesigen höheren Privatknabenschule ist bei jeder Revision durch den Herrn Regierungsschulrat der Magistrat auf die Unzulänglichkeit der in einem Privathause gemieteten Räume hingewiesen worden. Getadelt wurde vor allem der für eine Schule mit 80 – 100 Kindern unzureichende steile Treppenaufgang, die Abortanlage, der Zustand des zu gewerblichen Zwecken dienenden Hofes und das völlige Fehlen eines Schulplatzes.“

Die Schlussfolgerung in der Vorlage für den Magistrat 1909: Angesichts der festgestellten Zustände seien die städtischen Behörden gezwungen, „Sich schleunigst mit der Beantwortung folgender Fragen zu beschäftigen:
Hat die Stadt Interesse am Bestehen einer höheren Knabenschule?
Falls die erste Frage bejaht wird: Wie ist dies Bestehen zu sichern, ohne an die Leistungsfähigkeit der Stadt allzu weitgehende Ansprüche zu stellen?“
Die Stadt erwarb das Grundstück in der Bahnhofstraße 18. Die repräsentative Villa, wie auch das recht ansehnliche Seitengebäude waren für eine Schule mit Internat gut geeignet. Am Ende des großen Grundstücks entstand wohl 1910 ein neues Schulhaus, das nun den Betreibern der Privatschule zur Verfügung gestellt wurde. Nachdem Realschullehrer Thiede leitete ab 1922 Freiherr Dr. von Lützow bis 1935 diese Schule, die er auch als Eigentum von der Stadt erwarb.

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