Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Mi: 15:00 - 18:00
Sa: 14:00 - 17:00

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

Tel.: 03377 334346

Geschichten aus dem Pädagogium

 Aufgeschrieben von Rosemarie Awdoschin
Foto: Klaus Andrae

Gespannt waren alle, die sich am 15. Juni 2013 in der Zossener Bahnhofstraße 18 einfanden, um an historischer Stätte Wissenswertes aus dem Pädagogium zu erfahren. Dank des schönen Sommerwetters standen auf dem Hof Tische und Bänke bereit, wo die zahlreich erschienenen Zuhörer Platz nahmen, darunter auch einige Zeitzeugen oder deren Nachfahren.

 

Frau Haase, die Leiterin des Schulmuseums Zossen, vermittelte uns in ihrem Vortrag ein anschauliches Bild von der Schulgeschichte der Villa auf diesem Grundstück. Die Referentin las nicht nur aus Dokumenten, sondern ließ durch Bildmaterial, Episoden und Auszüge aus Chroniken vergangene Zeit lebendig werden.
Nachdem die Räumlichkeiten am Zossener Kietz den Ansprüchen der 1900 gegründeten Höheren Privatknabenschule nicht mehr genügten, suchte man eine neue Heimstatt und fand in der Villa einschließlich Nebengebäuden den geeigneten Ort.
Das Landerziehungsheim, viele Jahre unter Leitung von Dr. phil. Freiherr von Lützow stehend, bot den Zöglingen der privaten Knabenschule auch die Möglichkeit der Internatsunterbringung. Dass später auch Mädchen aufgenommen wurden, erfreute die Knaben natürlich. In einer umfangreichen Konzeption wurden die Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit dargelegt, so u. a. zum Wesen des Heims, zur Stellung des Heims zum Kind, zu Erziehungsmitteln und zum Tagesablauf.
Die Darbietung von Begebenheiten aus dem Internatsleben ließ alle schmunzeln. Frau Haase las aus der Chronik von Peter-Karl Bock, einst Zögling dieser Lehranstalt. Dessen Tochter Gabriele Michaelis, die mit ihrem Sohn anwesend war, betonte, ihr Vater habe gut erzählen können und seine Erinnerungen nachfolgenden Generationen zugänglich machen wollen.
Auch nach dem 2. Weltkrieg diente die Villa als Bildungsstätte; von 1948 bis 1958 unter dem Namen Geschwister-Scholl-Schule. Die Referentin selbst legte dort 1957 ihr Abitur ab. Die letzte Reifeprüfung fand dort 1958 statt. Später dann beherbergte sie Grundschulklassen, Hortgruppen und andere pädagogische Institutionen.
Noch lange hätten die Gäste den Ausführungen zuhören können. Die lebendige Art, in der Frau Haase Fakten und Geschichten präsentierte, begeisterte alle. So wundert es nicht, dass die Anwesenden danach noch ins Gespräch kamen, Fragen stellten oder angeregt Erinnerungen austauschten. Auf dem ehemaligen Schulhof sitzend plauderte es sich bei erfrischenden Getränken und einem kleinen Imbiss angenehm.
In dieser "Geschichtsstunde" dabei gewesen zu sein - das lohnte sich!
Der neue Eigentümer Herr Vojo Milos ermöglichte die Veranstaltung auf seinem Grundstück. Er informierte uns über geplante Vorhaben. Viel Arbeit wird nötig sein, diese zu realisieren: ein Museumscafé in der Villa, vielleicht ein Trödelmarkt auf dem Hof? Noch gleicht alles einer einzigen Baustelle. Es ist aber gut zu wissen, dass dieser für die Schulgeschichte von Zossen bedeutende Ort nicht in Vergessenheit gerät.