Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Wir treten in die Winterpause bis Anfang März. Unter Zossen 03377/300576 können Sie einen Winterbesuch vereinbaren.

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

Tel.: 03377 334346

DIE GUTS- UND HERRENHÄUSER IM LANDKREIS TELTOW-FLÄMING

12. April 2014

Text: Rosemarie Awdoschin
Foto: Klaus Andrae

Eröffnung der Fotoausstellung
DIE GUTS- UND HERRENHÄUSER IM LANDKREIS TELTOW-FLÄMING

Zahlreiche Besucher fanden am 12. April 2014 den Weg zum Heimatmuseum "Alter Krug", um bei der Eröffnung der Sonderausstellung dabei zu sein. Vor Beginn der Veranstaltung saßen die Gäste an diesem sonnigen Samstagnachmittag im Freien beisammen, ließen sich Kaffee und Kuchen schmecken, plauderten und waren gespannt auf das, was sie über dieses Thema erfahren werden.



Enttäuscht wurden sie nicht. Das Ehepaar Carsten und Hiltrud Preuß hatte sich mit dieser Thematik beschäftigt, lange Zeit unermüdlich recherchiert - wohlwissend, dass es eine Aufgabe von immensem Umfang ist - und die Ergebnisse in dem Buch "Die Guts- und Herrenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming" (ISBN 978-3-86732-100-6  ) festgehalten. Daneben sind fünfundzwanzig ansprechende, übersichtlich gegliederte Schautafeln gestaltet worden, die in Wort und Bild eindrucksvoll über eine Zeit Auskunft geben, als gutsherrschaftlich betriebene Landwirtschaft die Dorfstrukturen prägte. Herr Preuß betonte, dass er nur eine kleine Auswahl der Bauwerke vorstellen könne, von denen es im Landkreis Teltow-Fläming über vierzig gibt - Zeugen der Landwirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte. Sie alle sind verzeichnet auf einer Karte. Die wenigsten der ehemaligen Guts- und Herrenhäuser sind abgerissen, die meisten erhalten geblieben und sie umfassen ein großes Spektrum: vom mittelalterlichen Wohnturm in Bärwalde über Befestigungsanlagen, Renaissanceschlösser, barocke Gutshäuser bis hin zu Neubauten aus dem 20. Jahrhundert. Auch wenn diese Häuser mit der

 

 Bodenreform 1945 ihren Zweck verloren haben, geben sie doch Aufschluss über die Geschichte unserer märkischen Heimat. Besonders interessant zu erfahren war, welche Sanierungsmaßnahmen ergriffen und wie die Schlösser weiter genutzt wurden bzw. noch werden. Als Beispiele seien hier angeführt das Schloss Genshagen, das nach 1990 Sitz des Berlin-Brandenburgischen Instituts für Deutsch-Französische Zusammenarbeit in Europa e. V. wurde sowie das Schloss Märkisch-Wilmersdorf, das ab 1957 als Kinderheim und bis 1974 auch als Schule diente.

Leseproben aus Büchern, vorgetragen von Frau Preuß, waren wirkungsvoll in den Vortrag eingefügt. Diese Episoden ließen die Zuhörer Vergangenes aus dem Blickwinkel von Zeitzeugen nachempfinden. Sie erfuhren, wie ein Mädchen, das auf dem Schloss Genshagen zu Besuch weilte, den Zauber der Natur dort erlebte und erhielten Kenntnis von einer Begebenheit mit Klara von Arnim in Wiepersdorf. Schmunzelnd hörten die Anwesenden, wie Hans Clauert, auch als märkischer Eulenspiegel bekannt, dem Turmwächter in Zossen einen Schabernack spielte und ihn überlistete.

Die sachkundigen und informativen Ausführungen von Carsten und Hiltrud Preuß vermittelten den Gästen nicht nur einen Einblick in die Geschichte vergangener Jahrhunderte, sondern gaben auch Anregung, noch mehr darüber zu erfahren. Jedenfalls betrachteten die Anwesenden nach Ende der Veranstaltung sehr interessiert die Schautafeln und kamen ins Gespräch; hatte doch der eine oder andere auf Ausflügen in die Region schon Bekanntschaft mit einzelnen Objekten gemacht.

Bis zum 28.08.2014 ist diese Fotoausstellung noch zu sehen - ein Tipp für alle heimatgeschichtlich Interessierten.