Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Wir treten in die Winterpause bis Anfang März. Unter Zossen 03377/300576 können Sie einen Winterbesuch vereinbaren.

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

Tel.: 03377 334346

Ein kurzweiliger und informativer Nachmittag

Text: Jutta Melzer
Fotos: Klaus Andrae

7. Juni 2014

Schon einmal etwas von Tittentaster, Abtrittanbieter, Urinwäscher, Kaffeeriecher, Rohrpostbeamtin, Merbelpicker gehört? Wohl kaum!
Diese Wissenslücke  konnte geschlossen werden, wer den Vortrag „Über vergessene Berufe“ in der Museum und Begegnungsstätte „Alter Krug“ in den Zossener Weinbergen besuchte.

Voraitzende Karola Andrae und Brigitte Lohrmann vor ihren Zuhörern

Der Heimatverein hatte Brigitte Lohrmann aus Sernow von der URANIA Teltow-Fläming zu diesem Thema mit Bildern eingeladen. Keiner der anwesenden Besucher wurde enttäuscht was seine Erwartungen an das Thema betraf. Mit sehr drastischen, anschaulichen und bildreichen Erläuterungen gab Brigitte Lohrmann ihr Wissen weiter und konnte dabei so mansches Schmunzeln und Aha-Effekte vonseiten der Zuhöer auslösen.
So gab es zum Beispiel den „Wahrsager“, nee, nicht den den wir jetzt meinen, sondern damit war der Lotse am Rhein gemeint, der die Fischer sicher durch Strudel und Stromschnellen leitete. Oder warum gab es den „Tittentaster“? Im Mittelalter starben viele Frauen im Kindbett und für das Neugeborene musste dann eine geeignete Amme gesucht werden, was der Tittentaster tat. Übrigens gibt es in Wismar eine Straße die noch so

Karola Andrae dankt der Referentin

benannt ist. Was ist ein „Zeidler“? Aus unserem Sprachgebrauch ist dieser Begriff ganz verschwunden, dabei handelte es sich um einen „Wildhonig-Sammler“. Ja und der „Abtrittanbieter“ bot das an, was das Wort schon andeutet: Versteckt durch einen großen Umhang bot der Anbieter Eimer zur Entrichtung der Notdurf an, sozusagen der Vorläufer unseres Dixiklos.

Und Friedrich II. von Preußen immer auf Steuern aus, ließ die „Kaffeeriecher“ durch die Haushalte streichen, wenn sie heimlich Kaffee rösteten, denn darauf wurden Steuern erhoben. Sie mussten also mit ihrer Nase die Düfte aufspüren. Die Römer wiederum mit ihren weißen Gewändern bekamen diese wieder einwandfrei sauber durch die „Urinwäscher“ (Pullonen) . Die Österreicher hatten ihren „Merbelpicker“, die bei uns später die Glaskugeln, Glaserte, Bugger usw. wurden.

Der Nachmittag verging sehr schnell und manch inzwischen ausgestorbener Beruf hätte noch erwähnt werden können.

20.6.14
Jutta Melzer