Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Wir treten in die Winterpause bis Anfang März. Unter Zossen 03377/300576 können Sie einen Winterbesuch vereinbaren.

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

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Das etwas andere Weinbergfest


20. August 2011
2011-08-20-02Am Sonnabend, dem 20. August,  fand auf dem Hof des  Museums „Alter Krug“ das etwas andere Weinbergfest statt. Über sechzig Gäste waren der Einladung der beiden Initiatorinnen Andrea Tetzlaff und Karin Günther gefolgt. Bei, für diesen Sommer seltenem Sonnenschein, begann das Fest und endete weit nach Sonnenuntergang.
Wieso das etwas andere Weinbergfest? Karin Günther konnte dies aufklären: „Bis vor geraumer Zeit haben die Weinberger jedes  Jahr auf einem anderen Hof, bei einer anderen Familie, ein Weinbergfest gefeiert. Dies ist aber dann irgendwie eingeschlafen. Da dies aber doch immer ein Erlebnis mit Wein und guter Stimmung war, dachten sich Frau Tetzlaff und ich, wir könnten doch dieses Fest wiederbeleben, aber dieses Mal im ‚Alten Krug‘ und laden dazu auch die Zossener ein.“

Lange Zeit hätten die Weinberger Vorbehalte gegen die Restaurierung und Sanierung des „Alten Kruges“ gehabt. Angesichts der schlechten Straße vor ihren Haustüren wäre das Geld wohl besser da angelegt gewesen. Doch die Weinberger hatten verstanden, dass dies doch ein Paar ganz verschiedene Schuhe sind. Begrüßt wurden alle Gäste, je nach Wunsch mit einem Glas  Rot- oder Weißwein vom Weingut Dreissigacker in Bechtheim, zu dem Familie Tetzlaff und später auch Familie Günther seit Jahren gute Beziehungen unterhalten. Beziehungen, in denen die einen mühevoll ökologischen Weinbau betreiben und den Wein keltern  und die anderen ihn sich kommen lassen und genießen. Nette Leute betreiben dieses Weingut so Andrea Tetzlaff. Rheinhessen ist eines der bekanntesten Weinanbaugebiete in Deutschland. Aber auch die Weinberge in Zossen haben ihren 2011-08-20_03Namen zu Recht. Auch hier wurde früher Wein angebaut. Böse Zungen haben behauptet, der sei weniger zum Trinken als eher zum Einlegen von Gurken geeignet. Dies konnte aber Klaus Voeckler in seinem Vortrag zur Geschichte des Weinanbaus in Zossen widerlegen. So soll ein Offizier König Wilhelm den I. ausgetrickst haben. Wilhelm der I. war wohl auch der Meinung, dass der Wein aus der Gegend nicht schmecke, und ließ seine Keller aufräumen. Der besagte Offizier hatte den dort gelagerten Wein bei sich gebunkert und eine Flasche davon dem Kaiser kredenzt. Siehe da, der Kaiser hat die Flasche genüsslich leer getrunken.
2011-08-20_04Klaus Voecklers Detailkenntnisse zur Regionalgeschichte sind unglaublich. So erfuhren die Gäste noch viel mehr über die Geschichte des Weinbaus und Geschichten um den Weinanbau. Karin Günther holte dann die Gäste und Klaus Voeckler wieder in die Gegenwart zurück und bat zum Essen und Trinken. In der Gegenwart blieb dann auch Carsten Preuss mit seinen Informationen über die Versuche des  Vereins zur Förderung des historischen Weinbaus in Zesch e.V. zur Wiederbelebung des Weinanbaus auf dem Zescher Weinberg.
2011-08-20_05Auf 30Hektar dürfe im Land Brandenburg Wein angebaut werden. Auf 20 Hektar stehen bereits Weinreben. Die Baruther hätten bereit 2009 ihren ersten Wein gekeltert. Der Verein habe die Genehmigung für 3000 Quadratmeter. 2011-08-20_06Bis zur ersten Ernte sei es noch ein weiter Weg, so Carsten Preuß, und Geld koste das ganze Unterfangen auch. Der Verein wird sich auch am 3. September auf dem Weinfest in Zossen mit Weinen aus Brandenburg präsentieren.
Wein, Weib und Gesang, unter diesem Motto unterhielt Hartmut Klucke die recht muntere Gesellschaft. Luther, Goethe, Kaiser und Könige, kaum einer der großen deutschen Weingenießer wurde ausgelassen in seinem 2011-08-20_08Programm. Und, natürlich durfte auch die Geschichte vom Hasen im Rausch, der den Löwen zerfetzen wollte, nicht fehlen. Viele Bekannte haben sich an diesem Abend wiedergetroffen, neue Bekanntschaften wurden geschlossen. Rundum gelungen war dieser Weinabend auf jeden Fall.

2011-08-20_08Vielen Dank an alle Helfer, insbesondere an die Familien Tetzlaff und Günther

Mit Beifall nahmen die Besucher zur Kenntnis, dass ein nächstes Mal folgen soll. Na dann Prost!!!

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