Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Öffnungszeiten:

Mi 15:00 - 18:00
Sa 14:00 - 17:00

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

Tel.: 03377 334346

Vortrag von Karl-Heinz Bannasch

Erste Veranstaltung des Heimatvereins in 2018

Nun bereits zum vierten Mal eröffnet der Heimatverein die neue Saison mit einem Vortrag von Karl-Heinz Bannasch aus Spandau. In diesem Jahr wählte er das Thema:
„Die Spandauer Kapitulation vor den Franzosen 1806 und die Rolle des Kommandanten Ernst-Ludwig von Benneckendorf“

Bei so einem Vortrag sollen die Besucher ja etwas lernen. Mit diesem Gedanken lud der Heimatverein für den Eröffnungsvortrag zum ersten Male in das Schulmuseum ein. Gespannt saßen die interessierten Besucher im historischen Klassenzimmer in den alten Schulbänken und um sie herum. Hier passte natürlich das Thema gut hin.

 

 

Zur Einstimmung und zum besserem Verständnis zeigte Herr Bannasch:
–    erste historische Zeichnungen, die Napoleon von Militärzeichnern hat anfertigen lassen und die die Eroberungen durch ihn dokumentierten
–    den Grundriss von Spandau, bevor Napoleon einmarschierte
–    eine durch Napoleon initiierte Gedenkmünze anlässlich dieses Ereignisses
Später konnten die Besucher dann noch den Original handschriftlichen Angriffsbefehl auf Spandau betrachten.


Auf dem Weg nach Spandau und Berlin kamen die französischen Truppen auch durch die Stadt Zossen und deren Burg. Bei Weitermarsch wurden auch zwei Einwohner aus Zossen rekrutiert und mussten auf dem Weg nach Spandau mit. In Zossen selbst blieben einige „Besatzer“.

Wie Karl-Heinz Bannasch weiter ausführte, war die deutsche Seite nicht so recht auf ein Gefecht vorbereitet. Die Zitadelle Spandau soll in einem sehr beklagenswerten Zustand gewesen sein. Nur 974 Soldaten und Zivilisten standen einer Armee von 30 000 Franzosen gegenüber. Hier sah der Festungskommandant Major Ernst-Ludwig von Benneckendorf wohl keinen Grund Menschen und deren Hab und Gut sinnlos zu opfern. Er kapitulierte.

Für die Bürger von Spandau war er ein Held, da sie vor der Zerstörung ihrer Stadt verschont blieb. Sie mussten aber trotzdem umfangreiche Beiträge an die Franzosen leisten. Napoleon ließ die Zitadelle wiederinstandsetzen. Die Umlandkreise mussten 1000 Arbeiter, dazu Fachkräfte und Fuhrwerke stellen. Hierzu wurden auch Zossener Bürger verpflichtet. Napoleon hatte vor, aus die Zitadelle in ein Lazarett mit 1000 Plätzen umzugestalten.

Den deutschen Oberen hat das Vorgehen des Majors Ernst-Ludwig von Bennewitz gar nicht gefallen. Seine Beweggründe zählten nicht und er wurde sogar zum Tod durch standrechtliche Erschießung verurteilt. Durch den König selbst erfolgte 1808 die Begnadigung. Bis 1814 saß er in Festungshaft im Spandau ein. Er verstarb 1828.

Seine Tat war so umstritten und führte die Familie „zur Familienschande“.
Durch einen glücklicher Umstand konnten die Benneckendorf's den Namen  „Hindenburg“ annehmen, der erst als Doppelname mitgeführt und später ganz von der Familie geführt wurde.


Im Anschluss beantwortete Karl-Heinz Bannasch noch etliche Fragen der Gäste.
Ein weiterer Vortrag mit Karl-Heinz Bannasch ist bereits für 2019 vorabgesprochen. Da wird er über das Berliner „Original“ Bolle, dem Milchhändler aus Berlin referieren. Seien Sie gespannt.

Text: Karola Andrae
Fotos: Klaus Andrae