Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Öffnungszeiten:

Mi 15:00 - 18:00
Sa 14:00 - 17:00

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

Tel.: 03377 334346

Familiengeschichte eng mit deutscher Geschichte verwoben

26. Januar 2019

 

Wieder kamen so viele Interessierte in den Gemeindesaal, dass die Plätze an den Tischen nicht mehr ausreichten und zusätzliche Stuhlreihen aufgestellt werden mussten.

Christine Oliwkowski veranschaulichte in ihrem Vortrag zur jüdisch-deutschen Familie Mosse in Verbindung mit der Geschichte des Rittergutes Schenkendorf von der Kaiserzeit, Weimarer Republik,  Faschismus, DDR bis zur Restitution wie eng Familiengeschichte mit der allgemeinen Geschichte verwoben ist. Christine Oliwkowski erforschte diesen Teil der Regionalgeschichte im Rahmen ihre Magisterarbeit und stellt die Ergebnisse in Ihrem Buch „Die Familie Mosse und das Rittergut Schenkendorf 1896-19962, ISBN  978-3-95410-204-4, vor.

 

Viele interessierte Gäste im Gemeindesaal

Familie Mosse erwarb eine erfolgreicher Verlegerfamilie aus Berlin in deren Besitz nicht nur Zeitungsverlage im In- und Ausland lagen, sondern auch eine Vielzahl innerstädtischer Immobilien, erwarb 1896 das Rittergut Schenkendorf. Obwohl dieses Gut auch eine Vorgeschichte hatte erlebt die Familie Mosse in ihrem Sommersitz Jahre für Kunst, Kultur und Wissenschaft bis 1933 die Nazis an die macht kamen. Noch am Tag der Machtergreifung floh die Familie in die Schweiz und später in die USA. Mit der Bodenreform nach 1945 wurde die Familie Mosse zum zweiten Mal enteignet.  Das Rittergut wurde in Volkseigentum überführt. Im Gut wurde zunächst ein Kinderheim für im Krieg verwaiste Kinder eingerichtet, wurde dann als Jugendwerkhof für weibliche Jugendliche genutzt bevor es der Grenzpolizei und später den Grenztruppen der DDR als Kaserne und Diensthundeschule diente. Zu DDR-Zeiten wurde die Restitution verweigert.

Im Rahmen der Restitution nach der Wende erhielten die Nachfahren ihre Besitztümer in Schenkendorf zurück. Der 1996 erfolgte Verkauf des Schlosses an Prinz Kretzulesco brachte nur kurzzeitig eine Wiederbelebung des Gutes. Als Schloss Dracula wurden hier unter anderem Ritterspiele und Blutspendenaktionen veranstaltet.

2009 wurde das Schloss von der Falstaf Vermögensverwaltung AG ersteigert. Seitdem ist das Schloss dem Verfall Preis gegeben. Über eine künftige Nutzung werden keine Auskünfte erteilt.

Zum Abschluss der Veranstaltung signierte Christine Oliwkowski ihr Buch

Die Fragen aus den Reihen der Besucher im Anschluss an den Vortrag zeigten, wie gut doch einige mit der Regionalgeschichte vertraut sind und auch die enge Verbindung zwischen Familien- und deutscher Geschichte nachvollziehen konnten.