Museum "Alter Krug"

Weinberge 15
15806 Zossen

Mi: 15:00 - 18:00
Sa: 14:00 - 17:00

Tel.: 03377/300576

Schulmuseum

Kirchplatz 7 Fachwerkhaus
15806 Zossen

Do 10:00 - 12:00
Sa 10:00 - 12:00

Tel.: 03377 334346

Die brandenburgische Reformation von 1539

Die Veranstaltungsreihe des Jahres 2017 wurde von Karl-Heinz Bannasch, Vorsitzender des

Karl-Heinz Bannasch

Spandauer Geschichtsvereins, eröffnet. Zum Jahr des 500. Reformationsjubiläums stand der lange Wegabschnitt von Luthers Reformation 1517 bis zum Vollzug der Reformation in Brandenburg 1539 im Mittelpunkt.

Herr Bannasch erläuterte anschaulich, dass der Kurfürst von Brandenburg Joachim der Erste, Gefolgsmann des Kaisers und des Papstes, ein erklärte Gegner der Reformation war.

Der Streit ging bis in die Familie des Kurfürsten. Joachim I ver-pflichtete seine beiden Söhne Johann und Joachim beim "alten" Glauben zu bleiben. Aber seine Ehefrau Elisabeth, Schwester des dänischen Königs, schloss sich der Lehre Luthers an. Sie floh1528 nach Torgau zu ihrem Onkel, dem Kurfürsten Johann von Sachsen und kehrte erst nach dem Tod Joachim I 1535 ins Land Brandenburg zurück. Sie lebte in der Zitadelle Spandau bis 1555.

Mit dem Tod Joachim I erhalten die Söhne das Erbe. Johann wird Markgraf der Neumark. Er tritt zur Reformation über und öffnet sein Territorium der neuen Lehre. Joachim II wird Kurfürst von Brandenburg und der Altmark. Er nimmt eine Zwischenposition ein. In Brandenburg wird die Reformation von "unten" nach "oben" getragen. Pfarrer aus den Reformationsgebieten ziehen ins Land Brandenburg und feiern den Gottesdienst nach evangelischem Ritus. Das Bürgertum in den Städten und der Landadel folgen der Reformation.

Im Gespräch

Bemüht um seinen Einfluss im Land und im Reich sieht Joachim II sich gezwungen der Reformation zuzuwenden. Um nicht zu viel öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen tritt Joachim II zum Feiertag "Allerheiligen" am 1.11.1539 in Spandau  zur Reformation über. Am 2.11.1539 nimmt er an der ersten Feier nach dem neuem kirchlichen Ritus in Berlin/Cölln teil.

Höhepunkte unserer Veranstaltung waren die Vorstellung der beiden originalen Gedenkmedaillen von Berlin und von Spandau der 300 Jahrfeier der Reformation von 1839.

In der Diskussion  wurde auch das geflügelte Wort erläutert "Die Familie kommt mit Kind und Kegel". Kinder sind die ehelichen Kinder. Kegel waren die unehelichen, aber anerkannten Kinder des Ehemannes, die im Haushalt lebten.

Text: Knut Günther
Fotos: Klaus Andrae